Ein nicht mehr aufgeschobener Traum

Vor ein paar Wochen tat Edgar etwas, wovon er schon seit zwei Jahren träumte. An einem sonnigen Tag in San Franciscos Mission District betrat Edgar das Büro der Sozialversicherungsbehörde und begann, einen Antrag auszufüllen. Vielleicht erinnern Sie sich an Edgar und seinen Partner Gustavo, als sie das erste Mal in der Bay Area Reporter. Mission Asset Fund und The Bay Area Reporter haben sich eng die zweijährige Reise von Edgar und Gustavo verfolgen.

Edgar und Gustavo hatten den größten Teil ihres Lebens dem amerikanischen Traum nachgejagt. Einem Traum, von dem sie bis vor kurzem dachten, dass er niemals wahr werden könnte. Als Kinder wanderten sie mit ihren Eltern auf der Suche nach Chancen und einem besseren Leben in die Vereinigten Staaten ein. Als sie ankamen, schlossen sie sich 11 Millionen andere undokumentierte Einwanderer die in den Vereinigten Staaten leben und versuchen, über die Runden zu kommen.

Edgar und Gustavo im Mission Asset Fund-Büro (Foto: Rick Gerharter)

Die Jagd nach dem amerikanischen Traum

Vor zwei Jahren hätte Edgar nie gedacht, dass er eines Tages auf dem Weg sein würde, seinen amerikanischen Traum zu verwirklichen. Das Leben von Gustavo und Edgar war durch ihren undokumentierten Status stark eingeschränkt. Edgars Kindheitstraum, Lehrer zu werden, war nach der Highschool auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt worden. Er war an der U.C. Berkeley angenommen worden, konnte sich aber nicht einschreiben, weil Studenten ohne Papiere keinen Zugang zu konventionellen Krediten oder staatlicher Studienförderung haben.

Nach seinem Eintritt in die Arbeitswelt war Edgar ein vorbildlicher Mitarbeiter, der sich den Respekt seiner Kollegen verdiente und von seinen Vorgesetzten für seine starke Arbeitsmoral anerkannt wurde. All dies fiel auseinander, als ihm eine Beförderung angeboten wurde. Edgar war nicht in der Lage, die von der Firma geforderten Unterlagen vorzulegen, und er wurde gezwungen, zu gehen

Gustavo war auch nicht in der Lage, ein College zu besuchen, und konnte sich nach der Highschool nur Arbeit beim Putzen von Häusern sichern, wo er lange Stunden für wenig Geld schuftete.

Eine weitere Herausforderung für Edgar als Einwanderer ohne Papiere war die Trennung von seinen beiden kleinen Kindern. Ohne Papiere können weder Gustavo noch Edgar in ein Flugzeug steigen, um sie nach Hause nach San Francisco zu bringen. Gustavo konnte nur ab und zu mit seinen Kindern am Telefon sprechen. Gustavo und Edgar warten auf den Tag, an dem sie mit den Kindern wiedervereint werden, um ihre Familie wieder ganz zu machen.

Eine neue Chance

Anfang 2012 sollte sich das Leben von Edgar und Gustavo für immer verändern, als die Obama-Regierung ein neues Programm ankündigte, das einigen undokumentiert in den USA lebenden Jugendlichen, die vor ihrem 16. Lebensjahr eingereist waren, Schutz vor Abschiebung und die Erlaubnis zum Arbeiten bieten sollte.

Die Deferred Action for Childhood Arrivals (DACA)war die Gelegenheit, auf die sie gewartet hatten. Wie viele andere Menschen ohne Papiere, die in den Vereinigten Staaten leben, lebten Edgar und Gustavo ohne Bankverbindung und in ständiger finanzieller Bedrängnis. Sie lebten von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck, und die Antragsgebühr von 465 Dollar schien unerschwinglich zu sein. Edgar und Gustavo waren entschlossen, einen Weg zu finden, die Kosten zu decken.

Einem Kreis beitreten

Durch Freunde und die SF LGBT-Zentrumlernten Edgar und Gustavo die Mission Asset Fund's kennen. Leihkreis für Träumer Programm. Das Programm "Lending Circles for Dreamers" bietet zinslose Darlehen, die es Edgar und Gustavo und vielen anderen wie ihnen ermöglichten, die 465 Dollar zu bekommen, die sie zur Deckung der Antragsgebühren benötigten. Im Laufe des zehnmonatigen Programms nehmen die Teilnehmer an Online-Finanzschulungen teil und bauen während der Rückzahlung des Kredits einen Kredit auf. Wenn die Teilnehmer bereit sind, DACA zu beantragen, erhalten sie von Mission Asset Fund einen Scheck, der auf das US-Ministerium für Heimatschutz ausgestellt ist.

Die zweijährige Reise zum Sozialversicherungsamt war für Edgar und Gustavo mit Bergen von Papierkram und kilometerlanger Bürokratie gefüllt. Ein inzwischen geklärtes Problem mit dem Papierkram zwang Gustavo, seinen Antrag wochenlang auf Eis zu legen, während Edgar aufgrund eines Fehlers in der Ablage seinen Antrag neu stellen musste. Bei all dem hatten Gustavo und Edgar immer die Unterstützung des anderen. Jetzt haben sie Dokumente, eine Gemeinschaft und eine Kreditgeschichte.

Mit ihrer neuen Fähigkeit, Zugang zum finanziellen Mainstream zu erhalten, sind sie ihren Zielen einen Schritt näher gekommen. Das Lending Circle for Dreamers-Programm und DACA haben Edgar und Gustavo neue Möglichkeiten eröffnet. Edgar wird nun in der Lage sein, wieder zur Schule zu gehen, seine Familie zu vereinen und eine stabile Arbeit zu finden. Während die Tinte auf seinem Sozialversicherungsantrag trocknet, wird Edgars Traum endlich Wirklichkeit.

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